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Leben und arbeiten mit biblischen Figuren - "Das Zelt Abrahams"


Geborgenes Leben, das war und ist wohl die Grundsehnsucht des Menschen schon vom Mutterleib an. Auf der Suche nach dieser Geborgenheit lebte der Mensch zunächst in Höhlen und später in Zelten.

Nach der Höhle war das Zelt eine der wesentlichsten Behausung der Menschen. Es ist der Ort der Geborgenheit für die Wanderer der Menschheit, den Nomaden. Sie folgen mit ihren Zelten den Tieren, die sie jagten oder den Weidegründen, die sie für ihr Vieh brauchten. So berichtet es uns auch die Bibel. Im Buch Genesis Kapitel 18 Verse 1-15 wird beschrieben wie Abraham und Sarah mit ihrem Neffen Lot und ihren Familien in Zelten wohnten.

Moses zog mit dem Volk Israel durch die Wüste, ja sogar Gott selbst, - dessen Bundeslade wurde in einem Zelt aufbewahrt-. Im 26ten Kapitel des Buches Exodus wird genau beschrieben wie das Zelt für das Heiligtum auszusehen hatte.

Später wurde das Zelt auch zum symbolischen Begriff. So können wir bei Jesus Sirach lesen: „ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt“. Oder im 2. Buch der Korinther: „wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, haben wir eine Wohnung von Gott“.

Bis in unsere Zeit benutzen wir das Zelt als Symbol um verschiedene Lebenssituationen auszudrücken. Etwa: „Wir brechen unsere Zelt ab“ drückt mehr aus als nur ein Umzug in eine andere Wohnung. Es meint oft vielmehr ein radikales hinter sich lassen.

In unserem Werkkurs Beduinenzelt geht es nicht um ein symbolisches Zelt, sondern um ein ganz reales Zelt. Die Art unseres Zeltes blickt in Aufbau und Beschaffenheit auf eine über 4000 Jahre alte Tradition zurück und hat sich bis heute so gut wie nicht geändert.

  • Zelt-Plane – spricht Stoff aus schwarzem Ziegenhaar
  • Zeltstangen – aus Baumstämmen
  • 2 Räume – das so genannte Frauen und Männer-Zelt
Eine für uns auf den ersten Blick befremdliche Aufteilung.

So spiegelt die Wohnkultur doch auch immer ein wesentlicher Teil der Lebens- und Glaubenskultur des Menschen wieder. Ich möchte dazu einmal einen kleinen Vergleich zu unseren Lebens- und Glaubenskultur machen: Wenn ich mich an meine Kindheit vor ca. 40- 50 Jahren erinnere, war die Küche in der Regel der größte Raum der Wohnung. Sie war Arbeitsbereich, Wohn- und Lebensraum in einem. –also im ganz wörtlichen Sinne des Wortes, das Wohnzimmer. Das Wohnzimmer hingegen wurde in vielen Familien und bis heute bei den älteren Leuten immer die „gut Stub“ genannt. Eine gute Stube für Sonn- und Feiertag und wenn Besuch angesagt war.

So verglichen ist die Zelteinteilung bei den Beduinen eigentlich gar nicht mehr befremdlich, sonder eigentlich sogar so, wie es auch bei uns früher auch war.

Wenn wir in unserer Gesellschaft noch etwa weitere 50 Jahre zurückgehen, also vor etwa 100 Jahren war es ebenfalls eine gängige Art, das sich nach dem gemeinsame Essen die Frauen mit Kaffee und Nadelarbeit und die Männer mit meist alkoholischen Getränken und Zigarre in die Bibliothek zum politischen Männergespräch zurückgezogen haben. Auch diese Szene finden wir im Zelt der Beduinen wieder. Wenn sich bei und die Lebens- und Glaubenskultur in den letzten 50 – 100 Jahren stark gewandelt hat, leben die Beduinen bis heute in ihrer jahrtausendalten Kultur und Tradition wie sie die Thora und später bei vielen Volksstämmen der Koran vorschreibt.

Bis heute leben und arbeiten die Frauen im großen, geräumigen und zweckmäßig eingerichtetem Frauenzelt und die Männer empfangen ihren Besuch im aufwendigen und kostbar eingerichteten Männerzelt.

So möchte ich mit einigen Zeilen aus einem „Gotteslob-Lied“ enden:

„Gott der du warst und bis und bleibst,
wohne unter uns, der du uns Glauben ins Herz hineinschreibst,
wohne unter uns, unter uns.
Wir haben hier keine bleibende Stadt,
vielmehr die kommende suchen wir;
wir haben hier auch kein bleibendes Haus aber ein Zelt,
aber ein Zelt, ein Zelt der Begegnung mit dir.“

[sk]


Beispielbild Zelt Abrahams
 
Beispielbild Zelt Abrahams
 
Beispielbild Zelt Abrahams
 
Beispielbild Zelt Abrahams
 
Beispielbild Zelt Abrahams
 
Beispielbild Zelt Abrahams
 
Beispielbild Zelt Abrahams
 
Hinweis zum Zeltkurs: In unserem Werkurs geht es uns nicht nur darum ein Zelt herstellen, sondern ein Stückweit in die Lebens- und Glaubenskultur der Beduinen, sowie bewusst in die alten Traditionen unserer Urväter und –Mütter einzutauchen. Lebens- und Arbeitsweisen kennen lernen und den Alltag mit ihnen leben. Vielleicht gelingt es uns dabei auch ein wenig an unsere eigenen Wurzeln zu stoßen und nicht nur die Verschiedenheiten, sondern auch die Gemeinsamkeiten zu entdecken. Sollten wir Ihr Interesse an einem Zeltkurs geweckt haben, so können Sie hier den aktuellen Flyer herunterladen.
Flyer Beduinenzelt herunterladen
Fotos vom letzten Zeltkurs gibt es hier.

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